Die Geschichte von SILVAPLANA

Die Politische Gemeinde Silvaplana besteht aus Silvaplana und den Fraktionen Surlej und Champfèr. Champfèr wurde im Jahre 1883 mit einer Neinstimme an der Gemeindeversammlung nicht zum selbständigen Dorf bestätigt.

 

Herkunft der Namen

Silvaplana dürfte wohl am besten in "Ebene Sêla" übersetzt werden (Sêla ist der Name des Inns vom Lunghinsee bis zum Ausfluss des St. Moritzersees). Surlej ist die romanische Bezeichnung für über dem See, jenseits des Sees. Champfèr findet seinen Ursprung vermutlich bei einem Eisenfeld (Erzausbeutung am Piz Nair). 1129 hiess das Dorf Campofare, 1471 Campher und 1519 Chiamfer (von Campus ferri). Eine andere mögliche Namensgebung wäre das fruchtbare Feld via Campus ferox, fertilis, feroli. Vielleicht aber bekam Champfèr seinen Namen auch von einem Hanfacker - Chanv'er?

 

Allgemein

Wie am Dorfbild sofort zu ersehen ist, sind die Häuser in unserer Gemeinde - mit wenigen Ausnahmen - nicht sehr alt. Das Dorf befand sich nämlich früher im sonnigen und windgeschützten Surlej. In Silvaplana selber fanden vor allem die Säumer und ihre Tiere, später die Postfahrgäste, die Kaufleute und Händler, die über den Maloja- und den Julierpass kamen, Unterkunft. In den Jahren 1772 und 1793 wurde Surlej von einer grossen Rüfe fast ganz verschüttet und das Land überschwemmt. Die Bevölkerung flüchtete teilweise nach Silvaplana, wo sie dann ihre neuen Häuser erstellten. Die zerstörten Häuser in Surlej wurden bis auf die über viele Jahrzehnte sichtbaren Ruinen abgebaut und das noch brauchbare Material für den Bau neuer Häuser in Silvaplana verwendet.  

 

Aufgrund Grabungen des archäologischen Dienstes anlässlich der Restauration der evangelischen Kirche in Silvaplana im Jahre 1975 ist man auf Überreste eines nach Osten ausgerichteten Baues mit einem rechteckigen Schiff und einem hufeisenförmigen Chor gestossen. Ein Eidg. Experte datierte diese ältere Kirche ins 11. Jahrhundert. Es kann somit mit grosser Sicherheit davon ausgegangen werden, dass unsere Gemeinde bereits um das Jahr 1000, wahrscheinlich aber schon früher, besiedelt war. In einer alten Schrift ist die Wahl eines Abtes im Jahre 1233 bezeugt, demzufolge befand sich zu Silvaplana ein Mönchkloster. Man nimmt an, dass dieses Kloster, evtl. auch Hospiz, die heutige Chesa Riz à Porta sein könnte.
Heute hat es auf dem Gemeindegebiet von Silvaplana drei Kirchen. Die heutige reformierte Kirche mitten im Dorf wurde 1356 erstmals erwähnt. Sie ist der Heiligen Maria geweiht. Die Reformation wurde wahrscheinlich im Jahre 1556 eingeführt. In Champfèr steht die Kirche San Rochus, die im Jahre 1521 erbaut wurde. Seit dem Jahr 1962 hat Silvaplana auch eine katholische Kirche, die den Namen der Heiligen Anna trägt. Auch das alte Pfarrhaus hat seine Geschichte. Wahrscheinlich wurde da Jürg Jenatsch geboren. Auf alle Fälle hat er da seine Jugendjahre (1599 bis 1612) verbracht.
1891 wurde das Elektrizitätswerk in Silvaplana in Betrieb genommen.  

 

Mit der Eröffnung der Corvatschbahn im Jahre 1963 (letztmals ausgebaut im Jahre 1997) begann in unserem Dorf ein grosser Aufschwung. Das brachte der Dorfbevölkerung Verdienstmöglichkeiten. In Surlej, wo vor dem Bau der Corvatschbahn nur ein paar alte Engadinerhäuser und einige Ruinen mitten in den Wiesen standen, schossen die Ferienhäuser wie Pilze aus dem Boden.  

 

Im Jahre 1645 zählte Silvaplana mit ihren Fraktionen 312 Einwohner. Auch im Jahre 1960 zählte die Dorfbevölkerung erst rund 347 Einwohner. Im Jahre 1970 aber waren es bereits 714 Einwohner (Zuwachs 106 %!). Durch diesen Bevölkerungszuwachs war das alte Schulhaus mit seinen zwei Schulzimmern bald zu klein. Im Jahre 1972 konnte in Silvaplana das neue Schulhaus eingeweiht werden. Heute zählt Silvaplana mit den Fraktionen Surlej und Champfèr rund 940 Einwohner.  

 

Silvaplana gehört zum romanischen Sprachgebiet, und zwar wird hier Oberengadiner Romanisch (Puter) gesprochen. So ist auch die Unterrichtssprache bis zum vierten Schuljahr romanisch. Durch den grossen Bevölkerungszuwachs (viele anderssprachige Familien) ist die romanische Bevölkerung jetzt in der Minderheit. Vom Bund und vom Kanton werden aber sehr grosse Anstrengungen unternommen, um die romanische Sprache zu erhalten.  

 

In der Gegenwart scheint auf kommunalem Sektor alles in Ordnung zu sein. Die Gemeinde verfügt bereits seit 1973 über eine eigene Abwasserreinigungsanlage. Nach 6 Jahren Planung und Ausführung konnte die neue vierstufige ARA im Crest'Alta-Hügel im Jahre 2000 ihren Betrieb aufnehmen. Auch die Wasserversorgung ist sehr modern und grosszügig ausgebaut und sollte für viele Jahrzehnte genügen. Im Jahre 2004 konnten die ARA Sils sowie die Abwässer der Fraktion Champfèr mittels einer Seeleitung an unsere neue Anlage angeschlossen werden. Mit dem Neubau der Sportanlagen, der Surfanlage sowie des Campings hat die Gemeinde Anlagen erstellt, die von Einheimischen und Gästen benützt werden können. Unser neues Gemeindehaus wurde am 1. Dezember 1987 in Betrieb genommen. Seit 17. Dezember 2002 steht uns im Dorfkern von Silvaplana ein neues geräumiges Parkhaus mit 280 bewirtschafteten Parkplätzen zur Verfügung. Ende 2004 wurde der Schiessbetrieb beim Schiessstand Champfèr der Schützengesellschaft Julia aufgehoben. Neu stehen unseren Schützen die Anlagen in St. Moritz und Samedan zur Verfügung.  

 

Der heute gültige Steuersatz von 67 % genügt, um den eingehenden und zukünftigen Verpflichtung der Gemeinde nachzukommen.