Die Geschichte von SILVAPLANA

Die Politische Gemeinde Silvaplana besteht seit der Territorialteilung im Jahre 1538 aus Silvaplana und den Fraktionen Surlej und Champfèr mit Albana. Als Grenze zwischen den Gemeinden St. Moritz und Silvaplana wurde damals der Suvrettabach festgelegt. Damit wurde Champfèr politisch zweigeteilt. Die Einwohner von Champfèr suot (Gemeindegebiet von St. Moritz) wurden jedoch bis ins Jahre 1877 weiterhin zu den Gemeindeversammlungen in Silvaplana eingeladen. Erst am 25. Juni 1877 wurden den Unter-Champfèrer dieses Recht mit 17 zu 2 Stimmen abgesprochen. 

 

Herkunft der Namen

Silvaplana dürfte wohl am besten in "Ebene Sêla" übersetzt werden (Sêla ist der Name des Inns vom Lunghinsee bis zum Ausfluss des St. Moritzersees).

 

Surlej ist die romanische Bezeichnung für über dem See, jenseits des Sees. 

 

Champfèr findet seinen Ursprung vermutlich bei einem Eisenfeld (Erzausbeutung am Piz Nair). 1129 hiess das Dorf Campofare, 1471 Campher und 1519 Chiamfer (von Campus ferri). Eine andere mögliche Namensgebung wäre das fruchtbare Feld via Campus ferox, fertilis, feroli. Vielleicht aber bekam Champfèr seinen Namen auch von einem Hanfacker - Chanv'er? 

 

Allgemein 

Aufgrund Grabungen des archäologischen Dienstes anlässlich der Restauration der evangelischen Kirche in Silvaplana im Jahre 1975 ist man auf Überreste eines nach Osten ausgerichteten Baues mit einem rechteckigen Schiff und einem hufeisenförmigen Chor gestossen. Ein Eidg. Experte datierte diese ältere Kirche ins 11. Jahrhundert. Es kann somit mit grosser Sicherheit davon ausgegangen werden, dass unsere Gemeinde bereits um das Jahr 1000, wahrscheinlich aber schon früher, besiedelt war. In einer alten Schrift ist die Wahl eines Abtes im Jahre 1233 bezeugt, demzufolge befand sich zu Silvaplana ein Mönchkloster. Man nimmt an, dass dieses Kloster, evtl. auch Hospiz, die heutige Chesa Riz à Porta sein könnte.


 

Heute hat es auf dem Gemeindegebiet von Silvaplana drei Kirchen. Die heutige reformierte Kirche mitten im Dorf wurde 1356 erstmals erwähnt. Sie ist der Heiligen Maria geweiht. Die Reformation wurde wahrscheinlich im Jahre 1556 eingeführt.

 

In Champfèr steht die Kirche San Rochus, die im Jahre 1521 erbaut wurde. 

 

Seit dem Jahr 1962 hat Silvaplana auch eine katholische Kirche, die den Namen der Heiligen Anna trägt. 

 

In Surlej stand die im Jahre 1757 erbaute evangelische Nikolauskirche, die bis ins Jahre 1834 benutzt wurde. Durch ein Hochwasser in diesem Jahr wurde auch die Kirche St. Nikolaus überflutet. Die Kanzel, die Bänke und die Glocke konnten gerettet werden und fanden Verwendung in der Kirche San Rochus in Champfèr. Die Ruinen der Kirche wurden erst nach einem Beschluss der Gemeinde im Jahre 1955 entfernt. 

 

Auch das alte Pfarrhaus in Silvaplana hat seine Geschichte. Wahrscheinlich wurde da Jürg Jenatsch geboren. Auf alle Fälle hat er da seine Jugendjahre (1599 bis 1612) verbracht.


 

 

1891 wurde das Elektrizitätswerk in Silvaplana in Betrieb genommen.   

 

Mit der Eröffnung der Corvatschbahn im Jahre 1963 begann in unserem Dorf ein grosser Aufschwung. Das brachte der Dorfbevölkerung Verdienstmöglichkeiten. In Surlej, wo vor dem Bau der Corvatschbahn nur ein paar alte Engadinerhäuser und einige Ruinen mitten in den Wiesen standen, schossen die Ferienhäuser wie Pilze aus dem Boden.   

 

Im Jahre 1645 zählte Silvaplana mit ihren Fraktionen 312 Einwohner. Auch im Jahre 1960 zählte die Dorfbevölkerung erst rund 347 Einwohner. Im Jahre 1970 aber waren es bereits 714 Einwohner (Zuwachs 106 %!). Durch diesen Bevölkerungszuwachs war das alte Schulhaus mit seinen zwei Schulzimmern bald zu klein. Im Jahre 1972 konnte in Silvaplana das neue Schulhaus eingeweiht werden. 

 

Per 31. Dezember 2014 zählt Silvaplana mit den Fraktionen Surlej und Champfèr 1028 Einwohner.   

 

Silvaplana gehört zum romanischen Sprachgebiet, und zwar wird hier Oberengadiner Romanisch (Puter) gesprochen. So ist auch die Unterrichtssprache bis zum vierten Schuljahr romanisch. Durch den grossen Bevölkerungszuwachs (viele anderssprachige Familien) ist die romanische Bevölkerung jetzt in der Minderheit. Vom Bund und vom Kanton werden aber sehr grosse Anstrengungen unternommen, um die romanische Sprache zu erhalten.   

 

In der Gegenwart scheint auf kommunalem Sektor alles in Ordnung zu sein. Die Gemeinde verfügt bereits seit 1973 über eine eigene Abwasserreinigungsanlage. Nach 6 Jahren Planung und Ausführung konnte die neue vierstufige ARA im Crest'Alta-Hügel im Jahre 2000 ihren Betrieb aufnehmen. Auch die Wasserversorgung ist sehr modern und grosszügig ausgebaut und sollte für viele Jahrzehnte genügen. Im Jahre 2004 konnten die ARA Sils sowie die Abwässer der Fraktion Champfèr mittels einer Seeleitung an unsere neue Anlage angeschlossen werden. Mit dem Neubau der Sportanlagen, der Surfanlage sowie des Campings hat die Gemeinde Anlagen erstellt, die von Einheimischen und Gästen benützt werden können. Unser neues Gemeindehaus wurde am 1. Dezember 1987 in Betrieb genommen. Seit 17. Dezember 2002 steht uns im Dorfkern von Silvaplana ein neues geräumiges Parkhaus mit 280 bewirtschafteten Parkplätzen zur Verfügung. Ende 2004 wurde der Schiessbetrieb beim Schiessstand Champfèr der Schützengesellschaft Julia aufgehoben. Neu stehen unseren Schützen die Anlagen in St. Moritz und Samedan zur Verfügung.   

 

Der heute gültige Steuersatz von 67 % genügt, um den eingehenden und zukünftigen Verpflichtung der Gemeinde nachzukommen.

 

 

(Quelle: Chronik einer Gemeinde in Graubünden, 2002)